Counterpole 2018

C O U N T E R P O L E  2 0 1 8

Ein Projekt von Carl Ludwig Hübsch

Ein Groß-Ensemble international führender Improvisatoren trifft auf einen arrivierten Klangkörper der Neuen Musik. Ein Raum, ein vollendetes Werk im Prozess, eine Werkstatt der aktuellen Musik und ein Abend, dessen Ergebnis unvorhersehbar ist.

ENSEMBLE X • E-MEX

Improvisation und Interpretation eines zeitgenössischen Werkes werden an diesem Abend nebeneinander gestellt. Und nicht nur hintereinander, wie bereits oft geschehen, sondern auch gleichzeitig.

Interpretation und Improvisation sollen sich so als Musizierformen voneinander abheben und durchdringen. Kann Improvisation angemessen in Echtzeit auf eine Komposition reagieren? Kann eine Interpretation auf das Unvorhergesehene reagieren? Während es mannigfaltige Kompositionen gibt, die die Stärken von Improvisation und vorab Komponierten zu verbinden versuchen, interagieren beide Musikformen hier ganz direkt. Eine offene Probe gibt Raum für Experiment und Diskussion, auch mit dem Publikum. E-MEX als Ensemble der Neuen Musik, das Ensemble X als große Gruppe der freien Improvisation und die Komponistin Eiko Tsukamoto werden diesen Prozess gestalten. Im Konzert werden Improvisation und Komposition pur und vermischt präsentiert.

PROGRAMM KÖLN & WIESBADEN (Konzert)
Hans Tutschku: Moments before the eruption (2017/18) for seven instruments and electronics
Eiko Tsukamoto: Mit dem Ei (2017) for six instruments
Improvisation Ensemble X

PROGRAMM KÖLN (Öffentliche Probe)
Toshio Hosokawa: vertical time study I für Klarinette, Cello, Klavier
Alban Berg: Vier Stücke op. 5 für Klarinette und Klavier
Iannis Xenakis: Charisma für Klarinette und Cello
Giacinto Scelsi: ko-lho für Flöte und Klarinette

 

Köln, 21.05.2018

Die Dauer und die intensive und vorbehaltlose Zusammenarbeit der beiden Ensembles waren entscheidende Merkmale des COUNTERPOLE 2018. Der direkte Zusammenprall der beiden Musizierformen Interpretation (Komposition) auf der einen Seite und Improvisation (ohne Vorgaben) auf der anderen Seite zwang die Musizierenden dazu, ihre gewohnten Haltungen zu überprüfen und sich auf ein unbekanntes Terrain der Interaktion zu begeben.

Beide „Seiten“ waren während des Spielens vielen zusätzlichen Klanginformationen ausgesetzt.

Während die Interpreten diese Informationen jedoch bewusst heraus halten mussten, versuchten die Improvisatoren mit einem Stück als komplexem und kaum interaktivem Spielpartner umzugehen. Auf diese Art und Weise wurden im praktischen Tun Fragen offen gelegt, wie die Frage nach dem Sinn einer Improvisation, nach dem Sinn des Komponierens, die Frage nach Präzision und Interaktion auf beiden Feldern, die Frage danach, was ein gelungenes Ergebnis dieses Projektes sein könnte, was Gelingen, Erfolg bedeutet, ob in der Rezeption „gelungene“ Musik gleich zu setzen ist mit einem guten Ergebnis eines Konzertes und viele weitere Fragen mehr, dabei immer wieder die Grundfrage nach den unterschiedlichen Qualitäten der beiden Musizierformen.

Während das Kölner Konzert noch stark geprägt war von dem vorangegangenen intensiven Probentag, bei dem viel Stück für Stück gearbeitet wurde (somit auch im Kölner Konzert die Improvisation und die Stücke durch gemeinsamen Beginn und gemeinsames Ende eher wie ein Realtime Remix wirkten, wurde in Wiesbaden das Konzept weiter geöffnet, so daß über die ganze Konzerthälfte ein Bogen gespannt wurde bei dem sowohl Improvisation als auch Komposition/Interpretation alleinig aber auch im überlagert auftraten.

Auf diese Art und Weise ging das Konzept auf. Die Improvisation wirkte nicht mehr als „realtime-remix“ eines komponierten Werkes das sondern, die Werke erschienen eher als strukturierte Blocks in einer sich organisch wandelnden Landschaft.

Nach dem Konzert in Wiesbaden fand noch eine ca. halbstündige angeregte Diskussion mit dem Publikum statt.

Im Anschluss an das Projekt stellte ich den Musikerinnen und Musikern folgende Fragen:

  1. From your very personal point of view: What was your work with the project COUNTERPOLE about?
  2. Is there something that you found out? What?
  3. What’s the quality of an improvisation that interpretation/composition doesn’t have?
  4. What is the quality of an interpretation that improvisation doesn’t have?

C. M. Wagner

(2)   für mich persönlich gab es – vor allem mikrotonale – momente in eurer allein-improvisation, an denen ich dachte: wow! – und wenn ich das jetzt notieren müsste…da hätte ich wahnsinnig viel arbeit, ohne annähernd die gleiche  zu erzielen… habe jedenfalls für mich auch wichtige anregungen für meine arbeit mitgenommen

(3)   What’s the quality of an improvisation that interpretation/composition doesn’t have? intensives verweilen im moment, kam auch z.b. unseren aufführungen der komponierten stücke zu gute. (allgemeines e-mex-feedback). intonatorische, mikrotonale klangmischungen, die fast unanalysierbar sind.

(4)   What is the quality of an interpretation that improvisation doesn´t have? nun, alles das, was z.b. schwer improvisiert werden kann. akkordische, homophone harmonische strukturen. architektonische planung der zeit (im mikrobereich bestimmte rhythmische, im makrobereich komplexe formale abläufe)

 


Xavier Charles

i know a bit more why i chose long time ago to not do written music


Michael Vorfeld

(1)   Begegnung von komponierten Strukturen mit improvisierten Strukturen. Auch: Begegnung von Interpreten und Improvisatoren. Ich habe selbst vor etlichen Jahren ein Festival mit dem Titel „Festival für improvisierte und komponierte zeitgenössische Musik“ organisiert (5 Jahre lang), und am Ende schien es uns Machern, daß diese Fragestellung so zugespitzt eigentlich nicht mehr so arg aktuell sei – weil inzwischen so viele produktive Zwischenformen aufgekommen waren. (vielleicht gab es die auch schon vorher, und wir hatten sie nicht wahrgenommen? Keine Ahnung. Vielleicht war die Fragestellung auch, etwas zu finden, das „nicht aufgeht“, angesichts der an sich unbegrenzten Möglichkeiten.

(2)   Das Wiesbadener Konzert war besser. Warum? Weil die Überlagerung der beiden Elemente produktiv wurde. Erst bei diesem Konzert hatte ich etwas wie eine Vision, was das Ganze sein könnte. Die Improstruktur hatte eine andere Rolle als die Stücke, nämlich war sie die Landschaft (oder das „Lösungsmittel“), während die Kompositionen Objekte in dieser Landschaft waren. Es war wichtig, daß die Improstrukturen genug Raum für sich hatten, denn im Gegensatz zu den Kompositionen entstehen sie in direktem Austausch mit der momentanen Situation. Es war ein wenig eine Sampling-  oder Collage-Situation. Erst hier machte es für mich Sinn, daß die Kompositionen sich nicht (oder kaum) anpassen konnten. vollständige Kompositionen lassen sich nicht verknüpfen (glaube ich). Man muß sie mindestens zu Fragmenten umdeuten. (ich denke daß das in Wiesbaden passiert ist). Ein künstlerisches Werk ist immer ein Weltentwurf, also ein Modell einer Welt, mit Innenleben. Selbst wenn es mit Vernetzung nach außen arbeitet, stellt es ein immanentes Konzept dar. Wenn es in einen größeren Kontext gebracht wird, wird es anders gelesen, z.B. als Objekt unter anderen Objekten. Das ist etwas anderes, eine Umdeutung. in den Kompositionen gab es jeweils „einen Kopf“, in den Impros potentiell viele Köpfe. Ich kann mir vorstellen, die Impro (zumindest teilweise) auch zentral zu lenken, oder umgekehrt die Kompositionen radikal zu dekonstruieren. Aber ich weis, das war gerade nicht deine Idee.

was mich noch beschäftigt hat:
– warum diese plakative Trennung?
– warum „akademische“ Komposition?
– ist „Improvisation“ wirklich etwas so klar definiertes?

(3)   individuelle Klangsprachen / so viele kreative Zentren wie es MusikerInnen gibt / die Momentsituation (Akustik, Atmosphäre, Raum, Mitspieler, Publikum usw) wirkt sich stark auf die Musik aus (sogar wenn man das nicht will) / direkter Zugriff

(4)   Koordinierung / Fokus auf eine Idee (die Idee des Komponisten(in), dann auch ggf. des Dirigenten) / Form


Eiko Yamada

(1)   What was the work with the project COUNTERPOLE about? (asking for your personal point of view)
Eine sehr seltene, interessante Situation. Eine Herausforderung, damit umzugehen. Freude dabei sein zu dürfen, mit diesen KollegInnen arbeiten zu dürfen.

(2)   Is there something that you found out? What?
Es gibt im allgemeinen eine Hierarchie oder die Klassifikation: die Komposition sei höher. Es ist doch möglich, eine Situation zu schaffen, in der diese Hierarchie bzw. Klassifikation aufgelöst wird – wie das 2. Set des Wiedabener Konzertes, in dem – nach meinem Gefühl – miteinander gespielt wurde (nicht zu einer Komposition improvisiert wurde), und Interpreten der Kompositionen und Improvisatoren zusammen etwas Neues geschaffen haben

(3)   What’s the quality of an improvisation that interpretation/composition doesn’t have?
Die Momente des Entstehens der kollektiven Energie durch individuelle schöpferische Kraft und dessen – nonverbalen – Kommunikationen, das Prozesshafte, wobei auch Fehler produktiv sein können

(4)   What is the quality of an interpretation that improvisation doesn’t have?
Auseinandersetzung mit den Ideen und Gedanken der KomponistInnen


Christoph Schiller

(1)   What was the work with the project COUNTERPOLE about? (asking for your personal point of view)
Für mich ging es natürlich zunächst einmal rauszufinden, was bei so einem „Clash“ passiert. Gleichzeitig fand ich die Herausforderung mit all den musikalischen / akustischen Informationen, die sowohl von Seiten des improvisierenden Ensemble X als auch von Seiten der interpretierenden Musiker vom Ensemble E-Mex zu erwarten waren, ein stimmiges Ganzes zu formulieren. Das erschien mir vor allem beim Konzert in Wiesbaden gelungen zu sein. Das brauchte aber unbedingt die Erfahrungen, die wir in Köln gesammelt hatten. Darüber hinaus finde ich es auch einfach extrem spannend in so einer konzentrierten Arbeitsweise, wie wir sie vor allem in Köln hatten, mit der Vielzahl unterschiedlicher musikalischer Ideen und Herangehensweisen konfrontiert zu sein und dabei vieles ausprobieren und auch reflektieren zu können.

(2)   Is there something that you found out? What?
Hab so vieles mitgenommen, vieles sicherlich auch sehr unterschwellig. Muss das aber erst noch sortieren und kann die Frage im Moment nicht so recht beantworten.

(3)   What’s the quality of an improvisation that interpretation/composition doesn’t have?
Ich denke dass improvisierte Musik, wenn sie auf einem hohen und sehr konzentrierten Niveau gespielt wird, zu musikalischen Ergebnissen führt, die ich mir niemals kompositorisch ausdenken könnte. Und ich erlaube mir sogar zu behaupten, dass keiner in der Lage ist, sich all diese unglaublichen Dinge, die innerhalb einer „guten“ Improvisation geschehen können, vorher zu überlegen. Grund dafür sind u.a. auch die extrem individuell geprägten und eigenwilligen Klangerzeugungsprozesse, die heutzutage ein wesentliches Merkmal der improvisierten Musik sind.

Hinzu kommt aber auch der kollektive Prozess innerhalb der Gruppen-Improvisation. Ein völlig anderes Gefüge als bei einer Komposition ergibt sich allein schon dadurch, dass es nicht die Rollenverteilung Komponist / Interpret gibt, sondern das Kollektiv gemeinsam an dem musikalischen Geschehen strickt. Daraus entsteht – neben einer eigenwilligen Dynamik – auch eine Verantwortlichkeit jeden einzelnen der beteiligten MusikerInnen betrefend. Kann der Interpret diese zu einem großen Teil dem Komponisten zuschieben, so muss der Improvisator wesentlich stärker für das Geschehene „gerade stehen“.

Zudem bin ich als auch in der bildenden Kunst Aktiver fast permanent mit meinen eigenen Entscheidungen konfrontiert und so genieße ich es vielleicht sogar umso mehr, in diese Kollektiven Prozesse einzutauchen.

(4)   What is the quality of an interpretation that improvisation doesn’t have?
Dass man sich mit einer musikalischen Idee extrem auseinandersetzen und sehr tief in eine Komposition eindringen kann. Das kann sich meines Erachtens besonders bei eingehend geprobten Interpretationen sehr positiv äußern. Schnell mal runtergespielte Kompositionen, bei denen der Zuhörer oft merkt, dass die Musiker bei der Interpretation froh sind, gerade so durchs Stück zu kommen, erscheinen hingegen oft unglaublich schwach, auch wenn das kompositorische Werk selbst vielleicht sogar sehr stark ist.

Harald Kimmig

– macht das Aufeinandertreffen der beiden Ensembles die Musik größer/besser/spannender/inspirierender?
– welche Musizierhaltungen treffen aufeinander?
– geht es um research oder um Ergebnisfindung?
– was sind die ästhetischen Fragen?
– was bedeutet letzteres in Hinsicht auf das musikalische Material in beiden Ensembles?
– was ist wenn ‚gute/schlechte‘ Improvisation auf ‚gute/schlechte’Komposition trifft?
– welche Rolle spielt für alle die situative Befindlichkeit?
– welche Rolle spielt die Kommunikation?
– was geschieht im Counterpole Kontext mit dem (klar) formulierten Statement des Komponisten? wird es verwässert oder verdeutlicht oder ist das egal?
– ist ein interpretierendes Ensemble ein kollektives und das improvisierende Ensemble ein Solisten-Ensemble?
– wie weit ensemble X selbst in der Lage (klare) statements zu musizieren? ist das überhaupt erstrebenswert?
– ist Komposition Restriktion?
– ist Improvisation Offenheit und Freiheit?
– wie weit beeinflusst das (unterschiedliche/gemeinsame) Wissen/Erfahrung über Komposition/Improvisation/ Musikgeschichte/ das individuelle  Spiel des Einzelnen?

Tiziana Bertoncini

(1)   Close confrontation between improvisers and interpreters with mutual listening and respect. And a lot of opened questions.

(2)   Sometimes the process is more important than the result.

(3)   The flexibility, (in the best cases) the unpredictability, the energy, the listening and openness to the others, the space and the circumstances

(4)   Understanding and interpreting someone else’s music. Learning new notations, playing techniques and getting into different musical thoughts.

Philip Zoubek

Ich glaube, dass es trotz der recht konzeptionellen Versuchsanordung, es den Musikern letzten Endes nicht darum ging irgendetwas Grundsätzliches inbezug auf die unterschiedlichen Musizierpraktiken herauszustellen, sondern zuerst die Musik im Blick zu haben, die auf der Bühne  zunächst einmal „funktionieren“ muss. Jedenfalls hat mich persönlich – wie die meisten anderen-  nicht wirklich interessiert, irgendwelche Vor- oder Nachteile zwischen Komposition, Interpretation und Improvisation herauszustellen, sondern es ging für mich eher um die Lösung von konkreten musikalischen Problemstellungen und fragen:

z.B.: Wie gehe ich mit der offenen Form/dem offenen Inhalt der improvisation in Bezug auf die fixierte(n) Form/Inhalt der Komposition um? Bin ich dabei autark? unterstützend? Ignorierend? Kann ich die Komposition besser machen? bin ich respektlos wenn ich das denke? Spielen wir überhaupt eine Meta Musik oder haben wir im kleinen Kreis Spass? ist das wichtig was wir gerade machen, oder ein rein intellektuelle Übung? Interessiert mich die Zusammenarbeit mit reinen Interpreten überhaupt? 

Vieles ?? haben sich mit einem gelungenn Stück erübrigt, sicher gab es ähnliche Überlgung auf beiden Seiten und sehr oft gab es Konsens, wenn etwas funkioniert hat:

Trotzdem war die Ausgangslage für die Emex Musiker geprägt von der Verantwortung gegenüber dem Stück: die waren eigentlich immer sehr in Sorge um Kompositionen, weil aus ihrer Perspektive deren Hörbarkeit eine Grundvoraussetzung für ein „musikalisches Gelingen“ ist und die Improvisationen manchen mehr als Störfeuer in die spieltechnische Quere kamen als dass sie in ihren Augen eine Bereicherung darstellten. Überhaupt habe ich das Gefühl gehabt, dass die Parameter für dieses Gelingen, anfangs nur individuell verstanden wurde und wenn überhaupt ein Konsens entstanden ist, dann im zweiten Wiesbadener Konzert. Bei dem hatte ich zumindest subjektiv, das Gefühl, dass sich aus dem Ensemble eine spezifischer (orchester-)Klang herausgebildet hat, der (auf mich zumindest) durchaus interessant gewirkt hat, und von dem auch einige unerhörte Farben und Schattierungen ausging, und etwas das ich rein subjektiv immer eben auch dann spüre: eine neue Art von Energie

So gerne ich dabei war und so cool es ist in diese Musizierpraxis einzutauchen, so klar ist es für mich auch wonach ich suche und mit welchen Leuten ich gerne zusammenarbeite: mit Leuten die sich individuell eine ganz eigene Sprache erfunden haben, unverwechselbar und doch mit dem selben Anspruch von Genauigkeit im Ausdruck wie das akademische Klangideal

Burkart Zeller

 (1)   For you personally: what was the work with the project COUNTERPOLE about?
a talk between improvisation and composition. personally: that was fun!

(2)   Is there something that you found out? What?
– beautiful things can happen
– the improvisation is the aktive part, it can react.
– while playing the composition i had three mindsets:

            1) I am playing the composition, the composition as a whole is listened to and reacted to
            2) I am playing the composition, my part is percieved as if i am an improviser
            3) I am playing the composition, no one can hear me anyway

– sometimes improvisation can kill composition, then composition starts to sound like bad improvisation, is just not heard or just muddies the improvisation

– sometimes composition can be a very bad influence for improvisation, then improvisation takes over all the bad habits of a composition (always the same timing, always play, when the composition is on)

(3)   What’s the quality of an improvisation that interpretation/composition doesn’t have?
it can better adjust to the moment

(4)   What is the quality of an interpretation that improvisation doesn’t have?
it can unite a big group of many individuals in the idea  of a small japanese composer

Dirk Marwedel

(1)   Complexity.

(2)   Probably. Maybe this shows up a bit later.

(3)   Not “the” but “a” quality of an improvisation, that interpretation/composition doesn’t have:
The possibility to keep or change movement and direction, all available parameters in every moment and the undivided responsibility for each decision in the musical process.
That means: being free in an open, potentially unlimited, not defined space.

(4)   Not “the” but “a” quality of an interpretation, that improvisation doesn’t have:
Following the same path several times, maybe again and again, open to discover new details and aspects in its course each time.
That means: being free in a limited and precisely determined form.


XXXXX

(1)   For you personally: what was the work with the COUNTERPOLE project?
– an attempt
– a time of experimentation
– understand how to work with a fixed sound data

(2)   Is there anything you have discovered? What?
– I re-discovered, because I had thought in the past to this question, that it is not possible to compare or juxtapose music invented by improvisers and music composed by a composer. these two modes of making music have nothing in common, except sometimes the sound material.

– if some people really want to try this, it will be necessary to say in a simple way that the more the composer’s words are clear, the more we can try to improvise on them or, rather, next to them …

(3)   What is the quality of an improvisation that the interpretation / composition does not have?
– never repeat yourself

(4)   What is the quality of an interpretation that improvisation does not have?
to play again the same music


Matthias Muche

(1)   Instructions for improvisation using composition as an extra player without ears only with eyes

(2)   no, but it’s always good to work intense

(3)   All has everything

(4)   All has everything

Elisabeth Coudoux

(1)   eine Möglichkeit freie Improvisation und Komposition miteinander zu verschmelzen

(2)   It is always possible to be in the moment, auch mit einem alten Gemälde. Man könnte die Idee expandieren und ein Impro-Ensemble in viel mehr klangliche Prozesse integrieren…

(3) Improvisation reagiert, gibt dem Klang eine menschliche Zuweisung

(4)   Komposition zeigt, ein Bild, eine Idee aus klang, die der Stringenz einer Person folgt, Kompositionen kann Klänge stringent sortieren

Evelin Degen

(1)   Es geht für mich darum, herauszufinden, was Komposition ist/sein kann, was Improvisation ist/sein kann, was die Gemeinsamkeiten sind, was die Unterschiede. Kann man das hören? Kann man Beides miteinander verwechseln? Beeinflussen sich Komposition und Improvisation? Und wenn ja, wie? Und wenn nein, warum nicht?

(2)   Für mich war der Prozeß, vor allem die öffentliche Probe am 8. Mai, interessant, das Ausprobieren dessen, was gehen könnte, fast das Interessanteste, nicht unbedingt das Ergebnis im Konzert. Das Projekt hat innerhalb des Ensembles lebhafte Diskussionen ausgelöst über die Sinnhaftigkeit des Projekts, die sowohl gesehen als auch verneint wurde. Es gab außerdem Gespräche über die unterschiedlichen Arten und Weisen von Ensemble X und E-MEX zu proben, sich auszutauschen. Bei diesem Projekt sind für mich die Fragen, die sich ergeben, das Wichtigste, nicht die möglichen Antworten. Ich finde allerdings, daß wir bei dem Konzert in Wiesbaden einer Möglichkeit nähergekommen sind, wie man Improvisation und Komposition gleichzeitig präsentieren kann.

(3)   Der Moment, die ganz klare Unwiederholbarkeit.

(4)   Die vorherbestimmte, sehr definierte Struktur/Aussage.